Nächster Halt: Schulbeginn – BSV Bonn-Rhein-Sieg kritisiert ÖPNV-Situation

Die Bezirksschüler:innenvertretung Bonn-Rhein-Sieg bemängelt die ÖPNV-Situation in Bonn und dem Rhein-Sieg-Kreis durch das Wegfallen einiger Straßenbahnlinien der SWB.

Am 21. Juli wurden 60 der 75 Stadtbahnen der Bonner Stadtwerke aus dem Betrieb genommen. Grund hierfür sind erhebliche technische Mängel, welche für Sicherheitsbedenken sorgen.
Ausgeglichen wurden die fehlenden Bahnen durch geliehene Fahrzeuge der Kölner Verkehr-Betriebe. Diese Leihgabe endet jedoch am 26. August – kurz vor dem Ende der Sommerferien. Sollten die Stadtwerke bis zum Schulbeginn am 02. September 2026 nicht mit der Instandsetzung der aus dem Verkehr gezogenen Stadtbahnen fertig sein, würde dies zu erheblichen Einschränkungen in der Schüler*innenbeförderung führen.

Der ÖPNV leidet bundesweit an einer chronischen und zunehmenden Unterfinanzierung. Dabei bildet der ÖPNV eine wichtige Säule städtischer Infrastruktur, um für mehr soziale Gerechtigkeit und Nachhaltigkeit zu sorgen.
„Mal wieder bekommen die Bürger*innen den Sparkurs der vergangenen und aktuellen Bundes- und Landesregierungen in ihrem Alltag zu spüren. Was wir jetzt brauchen, sind massive finanzielle Investitionen in unsere öffentliche Infrastruktur“, so Kathalina Ennenbach, Vorstandsmitglied der BSV Bonn-Rhein-Sieg.

Zusätzlich belasten hohe Energiekosten die angespannten Haushaltspläne der Kommunen, welche ihre Ausgleichszahlungen, etwa Mindereinnahmen vom Deutschlandticket, von Bund und Ländern teilweise unvollständig zurückgezahlt bekommen haben.
Neben einer dringend benötigten Modernisierung von Schienen und Verkehrsmitteln, bedarf es auch einer Umstrukturierung des Fahrplans. Immer noch verfügen viele kleinere Dörfer über keine oder lediglich eine unzureichende Anbindung an den Nahverkehr. „Zu lange dominierte eine KfZ-fokussierte Verkehrspolitik die Ministerien und Abgeordnetenhäuser. Es wird Zeit für die Weiterentwicklung des nachhaltigeren ÖPNV zu einem stabileren und attraktiveren Beförderungsangebot“, sagt Johannes Schorn, Vorstandsmitglied der BSV Bonn-Rhein-Sieg.

Busse und Bahnen verbrauchen nicht nur pro transportierte Person viel weniger Treibstoff, sondern entlasten auch das Straßennetz. Es kommt zu weniger Stau, Feinstaubbelastung oder Unfällen. Zudem werden vermehrt elektrische Fahrzeuge eingesetzt, was ebenfalls zu einer Reduzierung der CO2-Emissionen führt.

Auch sorgen die gestiegenen Spritpreise und die Sperrung der Nordbrücke für eine höhere Nachfrage im ÖPNV.

Daher fordert die Bezirksschüler:innenvertretung Bonn-Rhein-Sieg:

  • mehr finanzielle Mittel für den Ausbau des ÖPNV: Schienen, Bahnwaggons und neue Strecken, vor allem in schlecht angebundenen Orten zwischen Bonn und dem Rhein-Sieg-Kreis,
  • eine dichtere Taktung sehr gefragter Linien, besonders in den Stoßzeiten am Morgen und Abend,
  • barrierefreie Haltestellen und Fahrzeuge,
  • bezahlbare Tarife oder kostenlose Schülertickets für alle Schüler*innen, unabhängig von der Distanz zwischen Wohnsitz und Schule,
  • und zuverlässige Verbindungen, weniger Ausfälle und mehr Pünktlichkeit, wofür eine faire Bezahlung der Mitarbeitenden, ebenso wie der Ausbau und die Modernisierung des ÖPNV notwendig ist.

Die Bezirksschüler:innenvertretung Bonn-Rhein-Sieg vertritt die Interessen der ca. 90.000 Schüler:innen der Bundesstadt Bonn und des Rhein-Sieg-Kreises.

Kontakt für Rückfragen und Interviews:
vorstand@bsv-bonn-rheinsieg.de
Kathalina Ennenbach und Johannes Schorn (auf Anfrage per E-Mail)